20.02.2008
Die Bibliothek
Nachdem Caroline Freifrau von Erlanger 1905 mit der Schenkung einer „Cosmographia“ von Sebastian Münster und Merians „Churpfalz“ den Grundstock für die Bibliothek des Historischen Vereins gelegt hatte, folgten bald weitere Bücherspenden von Ingelheimer Bürgern, zum Teil auch schöngeistige Literatur. Bereits nach einem Jahr war der Bestand der Vereinsbibliothek auf 160 Werke angestiegen.
Die Nutzung durch die Bürger war zuerst noch verhalten. Dies änderte sich während des Ersten Weltkrieges. In den 20er Jahren jedoch sah sich der Verein nicht mehr in der Lage, die Bibliothek zu unterhalten. Er überließ sie der Gemeinde, die sie dann als Volksbücherei weiterführte und durch beachtliche Neuerwerbungen erweiterte.
Nach dem Zweiten Weltkrieg kam ein Teil der Bücher wieder in den Besitz des Vereins. 1958 hatte die Bibliothek einen Bestand von 939 Bänden.
Inzwischen ist die Vereinsbibliothek mit der Museumsbibliothek zusammengelegt und befindet sich im Haus Mett. Sie verfügt zurzeit über etwa 4.500 Bücher und eine große Anzahl von Zeitschriften, die weiterhin durch Schriftentausch mit anderen Vereinen oder Institutionen vermehrt werden. Die Bestandszunahme, besonders in den letzten Jahren, ist auch auf zunehmende Spenden aus Privat-besitz zurückzuführen.
Stadtarchiv
Schon kurz nach der Gründung des Historischen Vereins begann der Aufbau eines Stadtarchivs. Nieder- und Ober-Ingelheim waren damals noch selbständige Gemeinden. Der Historische Verein bemühte sich, Urkunden und Belege aus früheren Zeiten zu sammeln, die beide Gemeinden betrafen. So wurden dem Verein vom Ober-Ingelheimer Gemeindevorstand die Haderbücher anvertraut, die nicht nur für die Ingelheimer, sondern auch für die deutsche Rechtsgeschichte von großer Bedeutung sind.
Siegelabdrücke, Urkunden und sonstige handschriftliche Dokumente wurden vom Verein ordnungsgemäß verwaltet und vermehrt, bis das Archiv Mitte der achtziger Jahre der Stadt übergeben wurde. Einige dekorative Stücke finden sich heute im Bestand des Museums.